FAQ

Mangelernährung

Was sind die Ursachen von Mangelernährung?

Die Gründe für Mangelernährung sind vielfältig. Sie kann einerseits durch ein falsches Ernährungsverhalten oder chronische Erkrankungen wie Krebs ausgelöst werden. Andererseits können auch Erkrankungen, wie zum Beispiel Demenz oder gesellschaftliche und finanzielle Faktoren, zu Mangelernährung führen.

Woran erkenne ich eine Mangelernährung?

Eines der wichtigsten Anzeichen für eine Mangelernährung ist die ungewollte Gewichtsabnahme, die sich häufig an knochigen Fingern und Händen sowie einem eingefallenen Gesicht bemerkbar macht. Weitere sichtbare Symptome sind glanzlose Haare und brüchige Fingernägel. Außerdem weisen körperliche Schwäche, Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Appetitlosigkeit auf eine Unterversorgung mit Nährstoffen hin. Häufig werden diese Symptome fälschlicherweise dem hohen Alter des Patienten zugeschrieben. Wenden Sie sich im Zweifel an Ihren Arzt, um die Ursache und die Behandlung abzuklären.

Wie kann ich Mangelernährung vorbeugen?

Sie können einer Mangelernährung vorbeugen, indem Sie sich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren und besonders auf einen hohen Nährstoffgehalt der Lebensmittel achten. Darum sollten Gemüse, Obst, Vollkornerzeugnisse, Hülsenfrüchte, fettarme Milchprodukte, fettarmes Fleisch und Fisch regelmäßig auf Ihrem Speiseplan stehen. Wenn Sie bereits untergewichtig sind, muss der Kaloriengehalt der Nahrung beispielsweise durch fettreiche Milchprodukte, Nüsse und Öle erhöht werden. Ergänzend können Sie nach Absprache mit Ihrem Arzt auf Trinknahrung zurückgreifen.

Welche Folgen hat eine chronische Mangelernährung?

Chronische Mangelernährung kann, neben einem allgemeinen Schwächegefühl, zu zahlreichen körperlichen Beeinträchtigungen führen. Langfristig belastet Mangelernährung das Immunsystem und stört die Funktion von inneren Organen wie Herz und Lunge. Außerdem erhöht eine nicht erkannte Mangelernährung das Sterblichkeitsrisiko – gerade bei Senioren.

Wie verläuft die Behandlung beim Arzt?

Bei Verdacht auf Mangelernährung wird sich Ihr Arzt nach Möglichkeit ausführlich mit Ihnen über Ihre Ernährungsgewohnheiten unterhalten. Vor allem bestehenden Beschwerden, Erkrankungen sowie Ihrer sozialen Situation wird er dabei wahrscheinlich besonders Aufmerksamkeit schenken (Anamnese).

Wird die Behandlung von der Krankenkasse übernommen?

Ja. Wenn der behandelnde Arzt eine Mangelernährung feststellt und eine ambulante Ernährungstherapie verschreibt, übernehmen die meisten Krankenkassen die Kosten für die Behandlung. Im Einzelfall sollten Sie Rücksprache mit Ihrer Krankenkasse halten.

Wo ist der Unterschied von Mangelernährung zu Untergewicht?

Bei Unterernährung, auch quantitative Mangelernährung genannt, nimmt der Betroffene insgesamt zu wenig Nahrung zu sich. Sein Körper wird langfristig nicht ausreichend mit lebensnotwendiger Energie und Nährstoffen versorgt. Die qualitative Mangelernährung hingegen ist eine Form der Fehlernährung. Der Körper nimmt genug Energie über die Nahrung auf, aber er wird nicht mit allen Nährstoffen in ausreichender Menge versorgt.

 

Trinknahrung

Was ist Trinknahrung?

Mit Trinknahrung, auch Flüssignahrung genannt, können mangelernährte Menschen Ihre Nährstoffdefizite ausgleichen. Sie enthält alle lebensnotwendigen Nähr- und Vitalstoffe wie Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Erhältlich ist Trinknahrung vor allem in Form von gebrauchsfertigen milchshakeartigen Getränken und wird als Ergänzung oder Ersatz zu gewöhnlichen Lebensmitteln verwendet.

Gibt es verschiedene Arten von Trinknahrung?

Ja, denn jeder Patient hat, abhängig von seiner Erkrankung, individuelle Bedürfnisse. Darum werden verschiedene Arten von Trinknahrung angeboten – wie z. B. hochkalorische oder besonders eiweißreiche Trinknahrung. Die Standardvariante, die zur ausschließlichen Ernährung (vollbilanzierte Diät) geeignet ist, enthält alle lebensnotwendigen Nährstoffe. Sie wird als hoch- und isokalorische Version angeboten. Außerdem gibt es noch Trinknahrungen, die ergänzend (bilanzierte Diät) zur normalen Ernährung eingenommen werden. Im Angebot sind noch viele weitere Arten, die individuell angepasst werden müssen.

Woraus besteht Trinknahrung?

Die Zusammensetzung von Trinknahrung richtet sich nach dem Anwendungsgebiet. Generell sind in Trinknahrung  alle lebensnotwendigen Nährstoffe  wie Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in konzentrierter Form enthalten.  Mitunter werden auch Ballaststoffe zur Anregung der Verdauung beigemischt. Oft befinden sich schon rund 300 kcal Energie und 10-20 g Eiweiß in 200 ml Standardtrinknahrung.

Wo ist Trinknahrung erhältlich?

Trinknahrung gibt es frei verkäuflich in vielen verschiedenen Zusammensetzungen und Geschmacksrichtungen in Apotheken, Sanitätshäusern und im Online-Fachhandel. Vielfach lassen sich die Produkte auch direkt im Online-Shop der Hersteller bestellen.

 

Wird Trinknahrung von der Krankenkasse erstattet?

In einigen Fällen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für Trinknahrung. Die Voraussetzung ist, dass dem Betroffenen eine normale Ernährung nur eingeschränkt möglich bzw. unmöglich ist. Verordnet wird Trinknahrung wie ein Arzneimittel: Der Arzt stellt ein Rezept aus, mit dem die flüssige Nahrung in der Apotheke erhältlich ist. Geregelt ist die Verordnungsfähigkeit von Trinknahrung in der gültigen Arzneimittelrichtlinie.

 

Wie teuer ist Trinknahrung?

Wenn Trinknahrung selbst gekauft wird und nicht auf Rezept geholt wird, belaufen sich die Kosten einer Flasche mit 200 ml gebrauchsfertiger Trinknahrung auf circa 3 Euro. Allerdings sind diese Flaschen häufig in kostengünstigeren 4-er Paketen erhältlich. Die Preise dafür liegen zwischen 10 bis 20 Euro. Trinknahrungspulver kostet zwischen 7 bis 15 Euro pro 400-Gramm-Dose.

Wie lange darf die Trinknahrung nach dem Öffnen verwendet werden?

Eine angebrochene Flasche Trinknahrung kann bis zu 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wird die Flasche bei Raumtemperatur (15° – 25 °C) gelagert, sollte der Inhalt nach spätestens acht Stunden verzehrt werden. Bei Lagerung im Kunststoffbeutel kann die Trinknahrung bis zu 24 Stunden nach dem Öffnen verwendet werden. Weitere Informationen entnehmen Sie den Verpackungsbeilagen.

 

Wie muss Trinknahrung gelagert werden?

Geschlossene Trinknahrung sollte bei Raumtemperatur gelagert werden. Die Flaschen sollten nicht höheren Temperaturen oder direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Ist die Lagerung der ungeöffneten Trinknahrung bei höheren Temperaturen jedoch unvermeidlich, sollten die Flaschen nach spätestens einem Monat verzehrt worden sein.

Wie lange muss ich Trinknahrung zu mir nehmen?

Die Dauer der Einnahme ist abhängig von Ihren individuellen Bedürfnissen und Ihrer Erkrankung. Generell sollten Sie sich so lange mit Trinknahrung ernähren, bis Sie Ihr Körpergewicht wieder mit normalen Lebensmitteln auf dem gewünschten Niveau halten können. Die genaue Dauer und Ration besprechen Sie mit Ihrem Arzt.