Maßnahmen bei Mangelernährung

Krankheitsbedingte Mangelernährung ist ein Teufelskreis und bedarf professioneller Hilfe. Sobald diagnostiziert wurde, dass Symptome wie Müdigkeit, Schwäche, Antriebslosigkeit und Gewichtsverlust auf eine unzureichende Nährstoffaufnahme zurückgehen, müssen nachhaltige Maßnahmen gegen Mangelernährung ergriffen werden. Abgestimmt auf die Ursachen und die Krankheitsbilder eines jeden Einzelnen kommen dafür verschiedene Vorgehensweisen infrage.

Ernährungszustand vom Hausarzt überprüfen lassen

Spätestens wenn Betroffene einen spürbaren Gewichtsverlust aufweisen, sollte der Ernährungsstatus von einem Arzt überprüft werden. Der Hausarzt ist die erste Anlaufstelle. Er kennt in der Regel das Krankheitsbild seiner Patienten, kann eine eventuell vorliegende Fehlernährung schnell einschätzen und geeignete Maßnahmen bei einer bestätigten Mangelernährung einleiten. Eine zusätzliche Nährstoffzufuhr sollte generell mit einem Arzt oder Ernährungsberater abgesprochen werden. Zudem kann er ein Rezept für medizinische Trinknahrung ausstellen.

Ernährungsberatung und Ernährungsplan

Zusammen mit dem Hausarzt oder einem Ernährungsberater können Betroffene und Angehörige einen individuellen Ernährungsplan aufsetzen. So wird sichergestellt, dass gezielt die Nährstoffe und Energie aufgenommen werden, an denen es fehlt. Ob besonders kalorienreiche Mahlzeiten auf dem Plan stehen oder ein Flüssigkeitsmangel ausgeglichen werden muss – die passende Maßnahme bei Mangelernährung ergibt sich aus den Ursachen für den Gewichtsverlust oder der Appetitlosigkeit.

Regelmäßige Kontrolle und Beobachtung

Damit die Maßnahmen gegen Mangelernährung Erfolg zeigen, müssen sie konsequent umgesetzt werden. Angehörige sollten Senioren und chronisch kranken Menschen dabei helfen und den Gesundheitszustand sowie die Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme genau beobachten. Sie sollten Sorge tragen, dass Betroffene den Ernährungsplan einhalten. Hilfreich können ein regelmäßiges Wiegen oder das Messen des Armumfangs sein, um einen weiteren Gewichtsverlust frühzeitig zu erkennen. Wichtig ist zudem, im Gespräch mit den Betroffenen zu bleiben und stets nachzufragen, ob und wann welche Mahlzeiten eingenommen wurden.

Nährstoffversorgung mit Trinknahrung sicherstellen

Die zusätzliche Zufuhr von Energie und Nährstoffen, wie Vitaminen und Proteinen sowie Mineralstoffen mit  medizinischer Trinknahrung ist eine nachgewiesen wirksame Maßnahme bei Mangelernährung. Sie deckt Versorgungslücken ab und wirkt einem Gewichtsverlust entgegen. Trinknahrung kann aber auch langfristig als Therapie eingesetzt werden. Das Einsatzfeld von Trinknahrung ist so vielseitig wie die Gründe für eine fehlerhafte Nährstoffzufuhr selbst: Appetitmangel im Alter, ungewollter Gewichtsverlust bei Krebs oder eine unzureichende Ernährung bei Demenz.

Maßnahmen gegen Mangelernährung bei Schluckstörungen

Andauernde Kaubeschwerden und Schluckstörungen können ebenfalls eine Ursache für eine ungenügende Aufnahme von Essen sein. Schmerzen beim Kauen fester Nahrung, eine schlecht sitzende Zahnprothese oder ein schlechter Zahnstatus können dazu beitragen. Schluckstörungen können im Alter und im Zusammenhang mit verschiedenen Erkrankungen oder nach einer Operation auftreten. Angst vor dem Verschlucken erhöht das Risiko deutlich weniger zu essen und verschlechtert den Ernährungszustand. Um wieder eine ausreichende Aufnahme von Mahlzeiten zu ermöglichen, müssen Kau- und Schluckbeschwerden professionell behandelt werden. Trinknahrung erleichtert in dieser Situation die Nährstoffzufuhr und beugt einer Mangelernährung so vor.

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