Mangelernährung bei Wundheilungsstörungen

Während ein gesunder Mensch Schnittwunden und Kratzer innerhalb von zwei bis drei Wochen auskuriert, dauert es bei Personen mit Untergewicht oftmals deutlich länger. Denn werden dem Körper nicht genügend Nährstoffe zugeführt, fehlen ihm Energie, Eiweiß und alle Nährstoffe, die für den Prozess der Wundheilung notwendig sind. Richtig problematisch kann es werden, wenn chronische Wunden wie Dekubitus (Druckgeschwüre) nicht oder nur sehr langsam abheilen. Denn sie behindern dann auch die grundsätzliche Genesung.

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Die Rolle der Ernährung beim Heilungsprozess von Wunden

Unterernährung und Untergewicht aufgrund von Mangelernährung stellen ein ernstzunehmendes Risiko dar. Eine gesunde Ernährung bildet neben der professionellen medizinischen Versorgung und der Druckentlastung bei Dekubitus die Basis für einen positiven Krankheitsverlauf. Für den Heilungsprozess von Wunden benötigt der Körper viel Energie und Eiweiße, um Fremdkörper auszuschwemmen, das Immunsystem anzukurbeln und neues Gewebe zu bilden. Decken Patienten diesen zusätzlichen Bedarf bei der Nährstoffaufnahme nicht ab, schließen sich die Wunden nur langsam, da nicht genügend Energie zur Verfügung steht. Der Körper greift auf seine Reserven zurück oder wandelt Eiweiß, das eigentlich für andere Zwecke benötigt wird, in Energie um. Darunter leiden nicht zuletzt das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensqualität.

Der Unterschied von akuten und chronischen Wunden

Ein kleiner Schnitt in den Finger, aufgeschürfte Knie nach einem Sturz – akute Wunden sind in der Regel nach wenigen Tagen schon wieder Geschichte und bringen keinerlei Komplikationen mit sich. Anders verhält es sich mit chronischen Wunden: Sie entwickeln sich langsam, bleiben lange und kehren im schlimmsten Fall immer wieder. Dazu gehören Druckgeschwüre durch Wundliegen, auch Dekubitus genannt, das Offene Bein bei venösen Unterschenkelgeschwüren oder Erkrankungen an den Füßen aufgrund von Diabetes. Eine verzögerte Wundheilung als Folge von Mangelernährung beeinträchtigt nicht nur den Heilungsprozess chronischer Wunden, sondern auch den allgemeinen Gesundheitszustand.

Tipps für eine gesunde Ernährung bei Wundheilungsstörungen

Fällt Ärzten oder Angehörigen auf, dass Betroffene zu wenig essen oder häufig über Appetitlosigkeit klagen, sollte schnell reagiert werden, um den Nährstoffhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Eine auf den Bedarf abgestimmte Ernährungstherapie, gegebenenfalls mit Trinknahrung als Unterstützung, hilft dabei, eine weitere Gewichtsabnahme aufgrund von Unterernährung zu verhindern. Dazu zählen Lebensmittel, die den erhöhten Kalorien- und Eiweißbedarf von Betroffenen decken. Weiterhin sind die Vitamine A, C und E, die Mineralstoffe Zink, Selen und Carotinoide sowie die Aminosäure Arginin für die Ernährung bei Wundheilungsstörungen von Vorteil, da sie den Heilungsprozess fördern. Zudem ist es wichtig, viel Wasser zu trinken.

Ernährungstherapie mit Trinknahrung unterstützen

Erschweren Appetitlosigkeit, Schluckbeschwerden oder Schmerzen die Einhaltung der erforderlichen Ernährungstherapie, empfehlen viele Ärzte Trinknahrung als Ernährungsunterstützung oder sogar als vorübergehenden Mahlzeitenersatz, beispielsweise bei einem Gewichtsverlust nach einer Op. Die gebrauchsfertigen Drinks liefern gleichzeitig Flüssigkeit und Nährstoffe und sind auf die Ernährung bei Wundheilungsstörungen abgestimmt. Das heißt, sie sind reich an Kalorien, Eiweißen und Mineralstoffen. Trinknahrung kann dazu beitragen, das Risiko einer Mangelernährung zu senken und die Heilung von akuten und chronischen Wunden zu fördern.

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